Frühromanische Kirche St. Jakob am Mitterberg
Im Sommer 2002 wurde mit der Übergabe der romanischen Kirche St. Jakob am Mitterberg (Bezirk Murau, Gemeinde Neumarkt) der Grundstein für eine ständig wachsende gemeinnützige Baukulturstiftung gelegt. Nach dem derzeitigen Stand der Bauforschung dürfte die Kirche zu den ältesten mittelalterlichen Bauten des Landes Steiermark zählen. Die romanische Kirche wurde erstmals 1460 urkundlich erwähnt.
Im Jahre 1787 wurde sie unter Josef II. säkularisiert und damit die Voraussetzungen für den sukzessiven Verfall geschaffen. 1849 wurde der Bau bereits als ruinös bezeichnet. 1864 wird der Altar in der Kirche in die Wiesner Kapelle in Pöllau übertragen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Ruine als Heustadel genutzt. In zwei Jahren sollen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein, und die Kirche als spiritueller Ort erlebbar werden.
Kulturerbe - Mythos Jakobsleiter
Besondere kunstgeschichtliche Bedeutung haben die teilweise relativ gut erhaltenen originalen Fresken in der Jakobskirche. An der Westseite des Chores sind um den Triumphbogen noch Reste der malerischen Komposition erhalten geblieben. Erkennbar sind fünf Figuren, davon drei mit Attributen ausgestattete Heiligenfiguren, die zur Mitte hin orientiert sind.
Ein weiterer Kopf, im unteren Bereich der Triumphbogenleibung stellt den träumenden Jakobus dar. Dieses Thema aus der Genesis berichtet vom Traum Jakobs: "Und er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder. Und siehe der Herr stand oben und sprach."
Kraftort im Heute
Die Sicherung des mittelalterlichen Raumes in seiner exklusiven Originalität und der spärlichen Reste großartiger mittelalterlicher Wandmalerei ist von großer Dringlichkeit und für die kommenden Jahre geplant. Legenden erzählen von einem keltischen Quellheiligtum (die Topographie des Ortes, Hügel zwischen zwei Quellen, deutet sehr darauf hin), das später in einen christlich geweihten Ort umgewandelt wurde.
Geplant ist, dass die ehemalige Kirche als kultureller und spiritueller Erlebnisraum genutzt wird. Dazu wird nicht zuletzt die Jakobsgeschichte und -tradition beitragen, die wir in einer Renaissance des Pilgerwegs nach Santiago de Compostella (Jakobsweg) sowie in der Wiederentdeckung vieler christlich-orthodoxer Traditionen (der Berg Athos versteht sich z.B. als irdische Jakobsleiter) erkennen.
Die Fresken der Kirche St. Jakob am Mitterberg
Die Fresken der Kirche St. Jakob am Mitterberg sind leider in den letzten Jahrzehnten, in denen die Kirche zur Ruine verfallen ist, stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Einen wertvollen Beleg zu den Fresken findet man im Marburger Bilderarchiv mit fotographischen Aufnahmen aus dem Jahre 1943. Diese Aufnahmen stellen einen wertvollen Beitrag für die geplante Sanierung der Fresken in den nächsten Jahren dar.
Dank
An dieser Stelle möchten wir uns für die Unterstützung des Altbürgermeisters von St. Marein bei Neumarkt, Herrn Max Stölzl, sowie bei allen tatkräftigen Helferinnen und Helfern besonders bedanken.
Aktuelles
In der Ausgabe 2025/04 des ISG Magazin erschien ein Beitrag über die Restaurierung der Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Trofaiach. Den vollständigen Artikel können Sie hier nachlesen:
Im Magazin steirische berichte wurde über die Restaurierung der Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Trofaiach berichtet. Den Bericht stellen wir Ihnen hier gerne zur Verfügung:










