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Ziegelofen Dörfler Leoben

Die Ziegelei Dörfler in Leoben ist der letzte noch erhaltene „Hoffmannsche Ringbrandofen“ in der Steiermark.

 

Obwohl das Bauwerk nach jahrzehntelangem Stillstand als illegale Mülldeponie genutzt wurde und ohne Instandhaltung in einem äußerst desolaten Zustand gekommen war, konnte mit großen Anstrengungen und Engagement der hölzerne Aufbau und der Dachstuhl im Bestand saniert werden. Die Renovierung des gemauerten Brennkanals und der teilweise eingestürzten äußeren Schale des Mauerwerkes konnte noch nicht abgeschlossen werden und wird nur mit erheblichem finanziellen Aufwand möglich sein.

Bis 1968 waren in diesem Ringziegelofen, der im Stadtteil Nennersdorf liegt, und heutzutage von neueren Wohnbauten bedrängt wird, Ziegel gebrannt worden. Im Jahr 1937 noch zeigte ihn ein Gemälde von J. Wegerer inmitten von Wiesen. Nach der Einstellung des Betriebs auch der letzten der beiden Leobener Ziegeleien setzte der Verfall ein; trotzdem aber avancierte das Montandenkmal zum letzten Zeugen dieser Industrie in der Obersteiermark - es soll daher auch saniert und museal genutzt werden.

 

Das schon 1893 erbaute Objekt ist im Jahr 1914 in den Besitz der Familie Dörfler übergegangen, deren Namen die Ziegelei noch heute trägt. Der sogenannte „Ringbrandofen“ war eine Erfindung der Gründerzeit, und führte zu einer exorbitanten Effizienzsteigerung bei der Ziegelerzeugung. Ein Patent für diesen Typus von Ziegelbrandöfen meldete 1858 Friedrich Hoffmann für Preußen und Österreich an (Patent Hoffmann-List,).

 

Der neue Ringbandofen zeichnete sich durch kontinuierlichen Betrieb und eine Verkürzung der Brenndauer aus. Außerdem konnte gleichmäßige Ziegelqualität und geringer Brennstoffverbrauch garantiert werden. Der gewölbte selbst aus Ziegeln erbaute Brennkanal steht über verschiedene so genannte „Einkarröffnungen“ mit der Außenluft sowie durch „Rauchkanalöffnungen“ mit dem Schornstein in Verbindung. Durch luftdichte Absperrungen konnten im Kanal - von oben meist mit dem Brennstoff Kohle beschickt - unterschiedliche Abteilungen ausgebildet werden. Ein dadurch regulierbarer Luftzug sorgte gleichzeitig für die Abkühlung der fertig gebrannten Ziegel (die Luft selbst erwärmte sich dabei) und das Brennen bzw. Trocknen frischer eingebrachter Ziegel.

 

Dieser zyklische Produktionsvorgang (Vorfeuer - Vollfeuer - Nachglut) bildet sich auch typologisch im Grundriss der funktional wirksamen Sockelzone ab: Zuerst wurde sie kreisförmig gebaut, dann - wie hier in Leoben - aus zwei längsorientierten Kammern, die an den Enden durch Halbkreise miteinander verbunden sind. Der etwa 27 Meter lange und 12 Meter breite Baukörper, der sich nach oben hin verjüngt, korrespondiert mit den Dimensionen des Brennkanals im Sockel. Das Obergeschoss als hölzerne Riegelkonstruktion mit vertikaler Verschalung trägt ein die Anlage vor Witterung schützendes Satteldach, aus dem der Schornstein auch städtebaulich markant herausragt.

 

Das Bundesdenkmalamt stellte diese „Rotziegelei“ per Bescheid vom 13. 1. 1992 unter Denkmalschutz und kürte sie zum Denkmal des Monats August 2007: „Der Ringofen ist als reales Anschauungsobjekt einer teilweise erhaltenen, ehemals leistungsfähigen Ziegeleianlage der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Industriedenkmal der Grunderzeit, die mit ihrem hohen Bedarf an Baumaterialien zur Entwicklung rationellerer Produktionsmethoden gezwungen war. In seiner Kompaktheit weist er als einer der letzten erhaltenen Öfen wichtigen Zeugnischarakter auf.“

Aktuelles 

In der Ausgabe 2025/04 des ISG Magazin erschien ein Beitrag über die Restaurierung der Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Trofaiach. Den vollständigen Artikel können Sie hier nachlesen:

Im Magazin steirische berichte wurde über die Restaurierung der Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Trofaiach berichtet. Den Bericht stellen wir Ihnen hier gerne zur Verfügung:

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