„Weiterbauen – Für eine besondere Baukultur“, Österreichische Baukulturstiftung, 2010

 

Die Baukulturstiftung freut sich, ihre erste umfangreiche Publikation präsentieren zu dürfen. Seit 2010 ist unser Buch "Weiterbauen" erhältlich, die Erlöse sind zweckgebunden für unsere Objekte.

 

„Das Geringe bedarf oft mehr des Schutzes als das Bedeutende“

 

Die Buchpublikation „Weiterbauen“ stellt baukulturell wertvolle, unterschiedliche Objekte aus der Steiermark in kurzen, auch inhaltlich verschieden gestalteten, Porträts vor.

 

Für dieses „Lese-Bilderbuch“ wurden aus der Vielzahl durch den „Revitalisierungsfonds des Landes Steiermark“ in der Vergangenheit geförderter Objekte eher weniger spektakuläre Bauten ausgewählt, die ein für die Einheit der Kulturlandschaft wichtiges „Weiterbauen“ am Bestand dokumentieren. Sie mussten daher nicht unbedingt der offiziellen Einstufung als „Denkmal“ genügen. Zudem werden in gesonderten Kurzbeiträgen traditionelle Bautechniken und Materialien vorgestellt. Interviews, mit in diesem Zusammenhang interessanten Personen, stellen den direkteren Zugang zu den zugrunde liegenden „Philosophien“ und Erfahrungen der Beteiligten her, Geleitworte prominenter Persönlichkeiten sollen die Aktualität und Wichtigkeit des Themas unterstreichen und eine umfangreiche Bibliografie verweist schliesslich auf ausgewählte, weiterführende Fachpublikationen. Menschen, die vor der Frage stehen, wie und – noch grundsätzlicher – ob sie ererbte oder erstandene sanierungsbedürftigen Bauwerke erhalten, sollen im Buch nützliche Anregungen erhalten. Dem gegenüber bietet es anderen, die auf eine bereits abgeschlossene Sanierung zurück blicken, die Möglichkeit Erfahrungen lesend zu teilen, und vielleicht in der eigenen Haltung bestärkt zu werden.

 

Auf Initiative Hans Kolbs von der „Österreichischen Baukulturstiftung“ wurde ab Winter 2007 nach einer publizistischen Möglichkeit gesucht, die Qualitäten von Bauten, die die steirische Kulturlandschaft lange Zeit geprägt haben und heute im Schwinden begriffen sind, sowie deren Potential zur Adaptierung für gegenwärtige Bedürfnisse, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Anliegen steht ganz im Zeichen der Tätigkeit des vor zehn Jahren gegründeten „Vereins zur Erhaltung und Erforschung der Österreichischen Baukultur“, der neben objektgerechter Sanierung der in Stiftungsbesitz befindlichen Bauten auch Sorge für ihre zeitgemässe Nutzung trägt, sowie Forschungs- und Publikationstätigkeit betreibt.

 

Das am 27.07.2010 im Schloss Obermayerhofen präsentierte und hier erhältliche Buch stellt somit das Ergebnis eines langjährigen Prozesses dar und will sich in differenzierter Weise an das Thema „Revitalisierung“ annähern, indem es „Geschichten“ unterschiedlicher Bauwerke erzählt. Der Versuch, sich dem Themenkreis „Baukultur“ zu nähern, versucht auf diese Weise doktrinäre Aussagen zu vermeiden und fokussiert auf das vitale Interesse der Bewohner, „ihre Objekte“ zu erhalten. Die in ihm versammelten Beiträge zu vierundzwanzig, auf jeweils mehreren Seiten in Wort, Bild und teils Plänen dargestellten, Objekten – vom Bauernhaus über eine Orangerie bis zum Bürgerhaus – geben allerdings mehr vom Leben und Erleben der Bewohner selbst wieder als vom Gebauten, das eigentlich den „Hintergrund“ bildet. Das Buch ist daher zugleich Würdigung der vorgestellten Protagonisten und ihrer Leistungen, wie auch – indirekt – kritische Stellungnahme zur derzeitigen Einschätzung des ehemals gut dotieren Revitalisierungsfonds durch die steirische Landespolitik: Der Fonds scheint im laufenden Budget nur noch als ausserordentlicher Posten auf.

 

Anders stellt sich das Engagement der Protagonisten des Buches dar: So werden die Translokation und der Wiederaufbau des verfallenen Gaisrieglhofes, eines 250 Jahre alten Pöllauer Rauchstubenhauses, und seine Neunutzung als Gasthaus, wie auch der „Werdegang“ eines ehemaligen Bauernhofs zum späteren Dorfwirtshaus und heutigen Wohnhaus von Maria Jörgler und ihrer Familie zu Zeugen der vielfältigen Interpretierbarkeit alter Gebäudetypologien. Die Sorge von Pfarrer Gödl in Eibiswald beschränkt sich nicht nur auf seine Pfarrgemeinde, sondern umfasst auch den unermüdlichen Einsatz für die fünf Kirchen seiner Pfarre – die Mühe um den Erhalt und die Freude wieder erwachter, grenzübergreifender Traditionen sind ebenso Thema des Beitrags, wie die wechselvolle Baugeschichte der Kirche St. Anton am Radlpass. Der originalgetreue Wiederaufbau einer der letzten steirischen Orangerien aus dem Barock in Pöllau zeugt von reaktivierter Handwerkskunst. Solche Bauten, darunter die Renaissance-Stadtmauer Radkersburgs, an der Stadtgeschichte erzählbar wird, oder die Murecker Schiffsmühle, die „alternative“ Energiekonzepte als altbewährt entlarvt, würden in jedes Freilichtmuseum passen. Die anhaltende Leidenschaft für die „Sommerfrische“, die Stadtflüchtlinge in den als Appartement restaurierten Nebentrakt eines Bauernhofs in Weinberg bei Fehring und eine ganze Familie jedes Wochenende erneut zu ihrem sanierten Vierkanter in St. Magdalena am Lemberg treibt, berichtet hingegen von alltäglichen Nutzungsqualitäten der Objekte. Diese Beiträge erzählen Typen-, Familien- oder Zeitgeschichte, schildern private Schicksale und Motivationen. Die von Fachleuten für das Buch verfassten Artikel zum Thema Bauphysiologie, Bauteilheizung, Schindeldach und Kalkputz ergänzen sie um praktische Fachinformationen.

 

Ohne die Initiative der in „Weiterbauen“ porträtieren Menschen wären die dargestellten Objekte längst verfallen. Der vermittelte, vielleicht „intuitiv-handwerkliche Weg“, beruht auf der „stillen“ Weitergabe eines tiefen Verständnisses für das Bauen, die Materialien und die Bedürfnisse der Bewohner. Roland Rainer hat diesen Sachverhalt prägnant ausgedrückt: „Der Stil ist nicht das Elementare. Das Elementare ist das Material, das Handwerk und das Bedürfnis.“

 

 

Albert Kirchengast: Weiterbauen – Für eine besondere Baukultur Österreichische Baukulturstiftung (Hrsg.)

 

Verlag raum.kunst . graz, Graz 2010

 

270 Seiten, Format: 22.5 x 22cm, Hardcover, Leineneinband, zahlreiche Farbabbildungen

 

ISBN 978-3-9502351-4-2, Preis: 29 Euro

 

 

 

Buchbestellung: „Weiterbauen – Für eine besondere Baukultur“,  Österreichische Baukulturstiftung, 2010

 

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